Florinskirche

Die ehemalige Stiftskirche St. Florin wurde um 1100 auf den Fundamenten eines älteren Vorgängerbaus errichtet. Um 1350 erhielt sie ihren gotischen Chor, um 1600 die gotischen Gewölbe. Nach Auflösung des Stifts St. Martin 1448 wurde die Kirche als Heumagazin und Pferdestall genutzt und der Stadt Koblenz vermacht, mit der Auflage, dort ein Schlachthaus einzurichten. Dazu kam es jedoch nicht, denn nachdem das Rheinland preußisch geworden war, kaufte König Friedrich Wilhelm III. der Stadt die Florinskirche ab und ließ sie nach Entwürfen von K. F. Schinkel und J. C. von Lassaulx in den Jahren 1818-20 neu ausstatten und vermachte sie je zur Hälfte der evangelischen Gemeinde und der Militärgemeinde. In Rechtsnachfolge des preußischen Staates gehört sie heute zur Hälfte dem Land Rheinland-Pfalz.

Zum Inventar gehören Wandgemälde aus der Gotik und von Januarius Zick sowie Glasmalereien des 14. Jahrhunderts von der Lahn, ebenso wie eine gusseiserne neugotische Orgelbrüstung aus der Sayner Hütte. 2010 wurde eine neue Orgel von der Firma Förster & Nikolaus eingeweiht.

Umfangreiche Untersuchungen der mittelalterlichen Bausubstanz zeigen nun, dass die Florinskirche umfassend statisch saniert werden muss. Bereits 2021 ist die Dachsanierung des sog. „Kapitelhauses“ (des ältesten heute bekannten Wohnhauses von Koblenz) erfolgt. 2022/23 mussten der Chorraum und die sog. „Winterkirche“ gesperrt werden, da sich dort Risse im Bereich eines Stützpfeilers zeigten. Hier wurden Sicherungsanker eingezogen.

Die nicht mehr aufschiebbare statische Sanierung soll in drei Bauabschnitten erfolgen, die insgesamt auf sechs Jahre veranschlagt sind. Im ersten, mit dem jetzt begonnen wird, werden die Türme und das Westwerk saniert: die Turmhelmverankerungen sind weitestgehend wirkungslos und müssen ersetzt werden, die Deckenbalken sind vom echten Hausschwamm befallen, geschädigter Putz muss erneuert und Risse geschlossen werden. Die Natursteinsäulen in den Fensteröffnungen weisen substanzielle Schäden aus und sind wie die Öffnungen der Westfassade der Witterung frei ausgesetzt.

Aus Sicherheitsgründen muss die Kirche während dieser Arbeiten leider geschlossen bleiben und kann nicht für Gottesdienste und Veranstaltungen genutzt werden.

 

Insgesamt werden die Kosten (nur für die statische Sanierung), von denen das Land RLP die Hälfte übernimmt, auf 12 Millionen Euro geschätzt.

 

Wir freuen uns über Unterstützung bei der Finanzierung!

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Evangelischer Gemeindeverband Koblenz

Stiftung Florinskirche

Stichwort „Sanierung Florinskirche“

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